Thailand Putsch Update:

Alles zur aktuellen Lage

Es ist eine Woche her, seit die Armee in Thailand die Macht übernahm. Was seit dem 22. Mai geschah, finden Sie hier im Überblick...


Bangkok, 28. Mai 2014

Ausgangverbot gelockert


Zunächst galt die Ausgangssperre für mehrere Tage von 22 Uhr bis 5 Uhr. Am 28. Mai hat die Armee das Gesetz gelockert. Der "Curfew" gilt nun bis auf Weiteres von Mitternacht, 00:01 Uhr bis 4:00 Uhr früh.

Öffentliche Verkehrsmittel BTS/MRT
Skytrain und U-Bahn fahren ab heute von 06:00 Uhr - 23:00 Uhr.

Medien-Zensur


Sämtliche Radio- und TV-Sender wurden in den letzten Tagen geblockt. Eine Sperrung der Sozialen Netzwerke wurde ebenfalls angekündigt, falls es kritische Stimmen gegen die Junta geben sollte. Auch seien "aggressive Fragen von Journalisten" unerwünscht. In einer Erklärung im thailändischen Fernsehen hieß es "Bei Verstößen jeglicher Art werden wir die Dienste sofort sperren. Kritisieren Sie uns nicht und machen Sie keine Schwierigkeiten, das ist zwecklos."Zumindest zeitweise scheint diese Drohung Realität geworden zu sein. Am heutigen Nachmittag war Facebook für ca 30 Minuten nicht aufrufbar. Nun ist Facebook (vorerst) wieder zu erreichen. Insider gehen von einem Test aus, um zu sehen, wie schnell eine Sperrung möglich ist. Nur damit Sie also Bescheid wissen, falls Ihr FB-Screen in Thailand demnächst dunkel bleibt!

Segen des Königs

Laut lokalen Medien steht das Königshaus hinter General Prayuth Chan-ocha. Der König scheint das Handeln der Armee zu billigen. Am Montag, den 26. Mai 2014, wurde das Militäroberhaupt Prayuth in einer offiziellen Zeremonie in seinem Amt als Chef des Militärrats und der NCPO (Nationaler Rat für Frieden und Ordnung) bestätigt.

Verfassung ungültig

Seit Bekanntgabe des "Coup" am 22. Mai 2014 gab es mehrere Verhaftungen von hohen Politikern, darunter auch von Ex-Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Nach Angaben der Junta war sie jedoch nach wenigen Tagen wieder auf freiem Fuß. "Sie wurde gut behandelt und in einer Kaserne untergebracht", hieß es. "Niemanden wurde Leid zugefügt".  

Unterdessen setzte Prayuth die Verfassung außer Kraft und übernahm selbst die Rolle des Regierungschefs. Er teilte die Zuständigkeit für alle Ministerien unter den Befehlshabern von Marine, Luftwaffe und Armee auf. Danach wurde die letzte noch vorhandene demokratisch gewählte Institution abgeschafft: die zweite Parlamentskammer und der Senat. Auch wurde ein Militärgericht eingerichtet. Verstöße gegen die Armee und Majestätsbeleidigung werden schwer bestraft.

Befürworter:

Zahlreiche Thais überreichten "ihren Soldaten" Rosen als Zeichen ihrer Unterstützung und Bewunderung. Dies war auch schon in den vergangenen Jahren der Fall, zumal die Armee bei weiten Teilen der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt.

Widerstand:

Trotz des offiziellen Verbots gab es am 26. Mai erste Straßen-Demonstrationen gegen den Militärputsch. Doch diese halten sich bislang noch in Grenzen und spielen sich hauptsächlich rund um das "Victory Monument" ab. Diese Region bitte bis auf Weiteres meiden.

Erklärung des Armeechefs Prayuth

Weltweit wurde der Putsch verurteilt. Hier die Gründe, warum er diesen Putsch für notwendig erachtete. Er betonte auf einer Pressekonferenz...

- er möchte sein Bestes geben, um schnellstmöglich die Probleme des Landes zu lösen. Er möchte keinen Kampf, sondern "Schäden beheben".

- hierfür werde er jedoch alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Aufgabe umsetzen zu können. Sein hartes Vorgehen sei erforderlich, um das Land zu retten.

"Je weniger ich erklären und mich für mein Handeln rechtfertigen muss, desto schneller kann ich das Land aus der Krise führen".

- er werde Neuwahlen dann zulassen, sobald Ruhe und Ordnung im Land eingekehrt sind. Ein Datum könne er jedoch noch nicht nennen. Dies hänge "von der Situation ab"... Zum Abschluss bat General Prayuth die Medien und private Blogger, die Lage nicht durch kritische Berichte zu verschlimmern oder Aggression anzuheizen.

Armee will keine Gewalt

Bislang gab es seitens der Soldaten keine Straßengefechte noch Einsatz von Tränengas, Stacheldraht oder Schlagstöcken. In Bangkok geht alles seinen normalen Gang; auf den Inseln ist - abgesehen von der Ausgangssperre und Einschränkungen im TV - so gut wie gar nichts vom "Coup d'Etat" zu spüren. Lesen Sie hierzu auch unseren Bericht, warum sich ein Thailandurlaub trotz Putsch lohnt. (NG)

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