Thaizeit auf Reisen:

Auf heissen Feuerstühlen durch Vietnam

Eine Motorrad-Tour von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt ist spektakulär - nicht nur für erfahrene Biker. THAIZEIT erlebte ein ultimatives Abenteuer im Land der "Miss Saigon".


Vietnam als „Motorradbraut“ zu erleben, das erschien mir nach einem Besuch in Hanoi und im ehemaligen Saigon besonders spannend! Bei einem Besuch auf Phuket lernte ich zufällig den Briten James Shayler (41) kennen – einen weitgereisten Lebenskünstler und Besitzer einer powervollen Abenteuer-Company mit Sitz in Bangkok und England. 

Luxury Guided Adventures 


„Ich gebe zu, ich wollte nicht gerade als Rucksack-Tourist durch die Welt gondeln“, sagt er schmunzelnd. Der fast zwei Meter große Mann mit den silbrig-weißen Haaren wirkt tatsächlich nicht gerade wie ein Strassen-Cowboy. „Zu unseren Motorrad-Touren gehören die beste Unterkunft in der Region, dazu exzellentes Essen, faszinierende Exkursionen und vor allem eine atemberaubende Strecke, die in keinem Touristen-Führer steht!”
Es ist Zeit für die „Grand Vietnam Tour”, die uns die nächsten 14 Tage auf den Gipfel der Gefühle treiben wird. Genau 1.953 km liegen vor uns – von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Natürlich nicht auf kleinen Mopeds, sondern auf original russischen Ural-650-Maschinen – echte „Off-Road“-Motorräder mit Oldtimer-Status! Diese ehemaligen Militärfahrzeuge gibt’s als Solomaschine oder „Gespann“. Als Greenhorn nehme ich im „side car“ Platz. Auf dieser Reise werde ich die Aussicht im Beiwagen genießen – mit meinem „privaten Chauffeur“ als treibende Kraft.
Mit dem Zug geht es über Nacht von Hanoi nach Lao Cai in das Bergdorf Sapa an der Grenze zu China. Der Mount Fansipan ist mit seinen 3.143 Metern der höchte Gipfel des Landes, die Route stellenweise weglos und nur mit Hilfe eines ortskundigen Führers zu finden. Es wird schon nichts schief gehen, beruhige ich mich. Ich bin immerhin durch den Beiwagen geschützt.

Ultimatives „Off Road Adventure“


Elegant legen sich die olivgrünen Solo-Maschinen in die Haarnadel-Kurven. Angst befällt mich, als die seitlich liegenden Power-Bikes vor uns fast den Boden berühren – voller Schlaglöcher und mit losen Kieselsteinen übersät. Bitte nicht wegrutschen! Weiter geht‘s über den Tran Tam Pass in 1900 Meter Höhe in Richtung Tu Le Valley. Wir überqueren Flüsse ohne Brücken, wechseln platte Reifen in gnadenloser Hitze und begegnen einheimischen Frauen mit aufgetürmten Rosshaaren, die noch nie Fremde gesehen haben.

Meditation auf zwei Rädern

Erst am 4. Tag lässt meine Anspannung nach. Am sechsten Tag liegen nur noch 290 Kilometer vor uns. Tee- und Reis-Plantagen säumen unseren Weg, als wir weiterhin auf Schotterwegen „cross-country“ fahren. Unsere Truppe folgt dem Black River, überquert mehrere notdürftig zusammengezimmerte Bambus-Brücken und ein riesiges Wasser-Reservoir bei Mai Chau. Ein Highlight ist unser Nachtquartier in einem Holzhaus auf Stelzen und das selbstgekochte Abendessen einer einheimischen Familie

Kulturelles Muss: Phong Nha und Vinh Moc

Über den gut befestigten Ho-Chi-Minh -Highway führt uns die Route über die bezaubernde Küstenstadt Vinh nach Phong Nha – ein UNESCO Weltkulturerbe. Der Nationalpark umfasst mehrere hundert Höhlen, die einst Zufluchtsort während des Krieges waren. Mit einem Holzboot schippern wir durch die unterirdische Zauberlandschaft voller Stalaktiten und Stalagmiten. Ebenfalls sehenswert: die dreistöckige Vinh Moc Tunnelanlage. Die Ebenen befinden sich in 10 bis 20 Metern Tiefe und umfassen ehemalige Wohnbereiche, Krankenhäuser und Kommandoräume. Die Durchgänge sind größer und höher als die der Cu-Chi-Tunnel bei Hoh Chi Minh. Am China Beach in Da Nang, wo 1965 die ersten amerikanischen GI’s landeten, kommen wir erstmals zur Ruhe, genießen Strandatmosphäre und kühlen unsere schmerzenden Hinterteile in den Wellen. 

L’Art de Vivre in Saigon

Unsere Erlebnisreise endet im feudalen Grand Hotel von Ho-Chi-Minh-Stadt. Gleich nebenan, im Café La Nicoise, bestelle ich genüsslich Camembert Käse, Foie Gras und Rotwein aus Bordeaux.  Wer hätte das gedacht? Echte französische Lebensart mitten in Vietnam. Im hippen Temple Club feiert unsere Biker-Truppe Abschied von unserem „Pfadfinder“ James. Alle sind sich einig: Er bietet wirklich ultimative Motorrad-Abenteuer an, die dank einer Kombination von begleiteter Off-Road-Erlebnisreise, speziellen Lifestyle-Programmen und einem „All-Inclusive“-Paket einzigartig sind.

Nathalie Gütermann

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