Wirtschaftsnews:

Akteure bei den Wahlen in Thailand

Welche Personen und Parteien eine maßgebliche Rolle bei den Wahlen in Thailand spielen, erfahren Sie in unserem Blog.


Abhisit "Mark" Vejjajiva: Der 47-Jährige ist seit 2008 Premierminister von Thailand. Er ist Vorsitzender der regierenden  -> Demokratische Partei und wird bei der kommenden Wahl in Thailand erneut für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren.
Demokratische Partei (DP): Die älteste Partei Thailands führt seit dem 17. Dezember 2008 Regierungskoalition an. Die Demokraten sind nur die zweitstärkste Partei, konnten aber eine Mehrheit der Abgeordneten gewinnen. Ihre Wählerbasis hat sie hauptsächlich in der Mittelklasse und der Oberschicht im Großraum Bangkok und in Südthailand.
Pheu-Thai-Partei (PTP): Wichtigste Oppositionspartei und Nachfolgepartei der mittlerweile verbotenen People's Power Partei und Thai-Rak-Thai-Partei. Die PTP wurde 2008 gegründet und hat vor allem im Norden und Nordosten von Thailand viele Anhänger. Ihr Vorsitzender ist Yongyut Wichaidit, aber als mächtigster Mann in der Partei gilt Ex-Ministerpräsident -> Thaksin. Die Spitzenkandidatin der PTP für die kommenden Wahlen in Thailand ist -> Yingluck Shinawatra – sie ist die Schwester von Thaksin.
Thaksin Shinawatra: Der 62 Jahre alte Milliardär war von 2001 bis 2006 thailändischer Premierminister, ehe er durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Inzwischen ist er wegen Korruption und Amtsmissbrauch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und befindet sich auf der Flucht im Ausland. Während seiner Regierungszeit verschaffte er sich durch Sozialprogramme große Sympathien im Volk, seine Politik wurde aber auch scharf kritisiert. Die ->Pheu-Thai-Partei hat angekündigt, Thaksin durch eine Amnestie die Rückkehr nach Thailand zu ermöglichen, sollte die Partei die Wahl gewinnen und an die Macht kommen.
Alles über die Wahlen in Thailand im Wahl-Blog von thaizeit.de

Yingluck Shinawatra: Die jüngste Schwester von -> Thaksin ist von der -> Pheu-Thai-Partei im Falle eines Wahlerfolgs für das Amt der Regierungschefin nominiert (wobei diese Ankündigung mitterweile zurückgenommen worden ist). Die 46-Jährige gilt als politisch unerfahren. Sie hat angekündigt, keine Rache an den politischen Gegnern verüben zu wollen, sondern die Wiederversöhnung der thailändischen Gesellschaft voranzutreiben, sollte sie die Wahl gewinnen.
König Bhumibol: Die Rolle von Thailands 84-jährigem Herrscher bei den Wahlen ist schwer einzuschätzen. Der vom Volk verehrte Monarch liegt seit Monaten mit angeschlagener Gesundheit in einem Krankenhaus in Bangkok. Schon bei den Unruhen im Mai 2010 wurde ein Machtwort seiner Majestät vermisst. Die Person des Königs wird beim Wahlkampf trotzdem von allen Lagern genutzt: Der Vorwurf der Majestätsbeleidigung ist in Thailand ein beliebtes Mittel, politische Gegner zu diskreditieren. Die unabhängige Wahlkommission hat allerdings angekündigt, dass das Königshaus  im Vorfeld der Wahlen keinerlei Erwähnung bekommen darf.  

Rothemden: Die bevorzugte Farbe ihrer Kleidung brachte den Anhängern der "Nationalen Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD) die Bezeichnung Rothemden ein. Die Vereinigung gründete sich nach dem Militärputsch von 2006, bei dem der damalige Premierminister -> Thaksin gestürzt worden war. Thaksin werden deshalb Verbindungen zu den Rothemden nachgesagt - nicht zuletzt auch deshalb, weil die UDD Thakins -> Phue-Thai-Partei nahe steht. Die Rothemden lieferten sich im Frühjahr 2010 mit dem Militär schwere Straßenschlachten in Bangkok, als sie gegen die Regierung demonstrierten. Noch immer kommt es regelmäßig zu Aufmärschen der Rothemden in Bangkok, bei denen sich teilweise tausende Menschen versammeln. Gelbhemden: Ihrer Kleidungsfarbe wegen tragen die Anhänger der "Volksallianz für Demokratie" (PAD) diesen Namen. Gelb ist auch die Farbe des Könighauses: Die PAD-Mitglieder rekrutieren sich vor allem aus Royalisten und aus dem Bürgertum, die Organisation unterstützt die -> Demokratische Partei. Aus Protest gegen den damaligen Premierminister -> Thaksin besetzten die Gelbhemden tagelang den Suvarnabhumi-Flughafen in Bangkok.     Zum Wahl-Blog

Christoph Stockburger

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