Die Krise:

Eine Chance zum Aufbruch

Die Erwartungen an das neue Jahr siedeln zum großen Teil im Bereich der Katastrophe. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ist in der Region angekommen und die schweren politischen Unruhen in Thailand wirken noch nach, sind womöglich noch nicht überwunden.


Dennoch hat Thailand, haben europäische Unternehmen in Thailand, gute Chancen, diese Phase zu überstehen und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Das Königreich ist in den letzten Jahren deutlich hinter seinen Möglichkeiten geblieben, das Wirtschaftswachstum hätte stärker ausfallen sollen. Wenn die Regierung es schafft, Vertrauen zurückzugewinnen und Sicherheit zu schaffen, kann der globale Abschwung in seinen Auswirkungen in Thailand deutlich abgefedert werden.
Gerade für Deutschland sieht es gut aus. Zuletzt hat sich der Handel mit Thailand gut entwickelt, dynamisch wurde die 6-Milliarden-Euro-Hürde genommen. Deutsche Produkte sind beliebt und gefragt. Und so schön sechs Milliarden Euro sind, das Potenzial ist viel größer. Freihandelsabkommen mit den großen asiatischen Märkten bieten zusätzliche Chancen. Thailand ist offen für deutsche Investitionen und für den Handel mit Deutschland. Wir haben gute Freunde und Unterstützer hier.
Das Board of Investment will den Anteil deutscher Firmen am Förderungsvolumen erhöhen. Es bietet attraktive Pakete an, die von langjähriger Steuerbefreiung bis zum VIP-Status für Investoren am Flughafen reichen. Die thailändischen Universitäten reichen uns die Hände, bieten Unternehmen Ansiedlungen auf dem Campus an, angepasste Studiengänge für entsprechend ausgebildetes Personal, außerdem Forschung und Entwicklung. Und nicht zu vergessen die Freundschaft des Königshauses zu Deutschland. Der Kronprinz und die Kronprinzessin kommen regelmäßig nach Deutschland und stoßen konkrete Projekte der wirtschaftlichen und universitären Zusammenarbeit an.
Es gilt, die Angebote zu nutzen und mit Kreativität, Optimismus und viel Unternehmergeist die Gunst der Stunde zu erkennen. Handeln, wenn andere zaudern. Die Deutsch-Thailändische Handelskammer ist eine starke Interessenvertretung und der richtige Ansprechpartner, um jetzt den Markteintritt oder verstärktes Engagement im Handel zwischen unseren Ländern zu wagen.
Es gibt optimistisch stimmende Zeichen: Der Investitionsstau in Thailand scheint sich zu lösen, die Regierung gibt Milliarden von Euro für Megaprojekte in Infrastruktur und Tourismus. Bildung und Innovation erhält einen höheren Stellenwert und Kooperationen mit Deutschland werden angestrebt. Und, sehr zum Erstaunen vieler Beobachter: Die Touristen lassen sich ihr Thailand auch von Flughafenbesetzern nicht vermiesen. Die Buchungszahlen erholen sich zusehends.
Dennoch brauchen wir eine Kampagne für Thailand, an der sich alle Interessenvertretungen beteiligen sollten. Die Welt – und insbesondere Europa und Deutschland – muss sehen, dass Thailand nach wie vor das schönste Reiseland ist und immer attraktiver für Investoren wird.
Mark Sonntag

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