Mai pen rai:

Macht nichts!

EINE KOLUMNE VON TV-STAR AMORN SURANGKANJANAJAI, BESSER BEKANNT ALS GUNG AUS DER LINDENSTRASS

Der Star aus der „Lindenstraße” erklärt uns die Thai-Welt. Zwar spielt er in der Fernsehserie seit über zwanzig Jahren den Vietnamesen Gung, in Wirklichkeit ist der Schauspieler jedoch ein waschechter Thai. Sein Serienname ist übrigens ein typisch vietnamesischer Rufname und soll eigentlich keinen Bezug haben zum thailändischen Wort („Gung” bedeutet hier „Krabbe”) …

„Ich beginne meine Kolumne mit der Überschrift und dem Thema „Mai pen rai – macht nichts”, weil ich etwas heraus gefunden habe: Hinter diesem Satz verbirgt sich einer der Schlüssel zum Verständnis der Unterschiede zwischen der thailändischen und deutschen Mentalität.

Vorab: Ich betreibe hier keine wissenschaftliche Forschung, sondern versuche nur meine Erfahrung mit den beiden Völkern zu vermitteln. Zwei Kulturen mit unterschiedlichsten Wurzeln treffen sich und beschäftigen sich miteinander, dabei stoßen wir natürlich auf Komplikationen. Eine dieser Komplikationen ist die Bedeutung der Überschrift „mai pen rai”, was so viel wie „das macht nichts” bedeutet.

Wenn ein Thai „mai pen rai“ sagt, dann meint er das auch so. Wenn einer Deutscher „das macht nichts“ sagt, meint er es auch so. Wo liegt also der Unterschied?

Die Thais benutzen diesen Satz sehr oft, in fast jeder Situation des Lebens. Mit der Folge, dass das ganze Leben sehr einfach erscheint. Aber der Deutsche benutzt diesen Satz nur in ausgewählten Situationen, wenn „es tatsächlich nichts macht”.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass viele Deutsche ähnlich inflationär mit dem Satz umgehen. Mag im Einzelfall sein. Aber einen Thai zu finden, der es nur mit Bedacht und absolut ernst gemeint ausspricht, wird fast unmöglich sein.

Um heraus zu finden, warum das so ist, müssen wir ganz vorurteilsfrei die Lebensstile und Kulturen der beiden Länder vergleichen. Ich werde mir große Mühe geben, genau dieses Unterfangen in dieser Kolumne zu wagen. Aus dem Blickwinkel eines Thais, der in Deutschland lebt, irgendwo zwischen den Kulturen. Als jemand, der die Thais sehr gut kennt, aber genug Abstand hat, um kritische Gedanken zuzulassen.

Und nun heiße ich Sie herzlich willkommen in Thailand, dem Land des Lächelns!”

Von: AMORN SURANGKANJANAJAI

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